2022

Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Ausbildung zum Berater nach § 132g SGB V

Kursbeschreibung

Je nach Gesetzeslage 2022, kann der Kurs auch auf ONLINE-Durchführung umgestellt werden.

Die Weiterbildung qualifiziert zur Beratung in der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase gemäß § 132g Abs. 3 SGB V. Inhalt der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist ein individuelles, auf die Situation des Leistungsberechtigten zugeschnittenes Beratungsangebot zur medizinisch-pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Versorgung in der letzten Lebensphase. Ziel ist die Ermöglichung und Unterstützung einer selbst bestimmten Entscheidung über Behandlungs-, Versorgungs- und Pflegemaßnahmen am Lebensende.

Bereits nach Abschluss von Block 1und Block 2 des Theoriemoduls, der zwei begleiteten Beratungsprozesse und dem Nachweis gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen sind die Berater berechtigt Leistungen abzurechnen. 

Gliederung der Weiterbildung:

Die Weiterbildung findet berufsbegleitend statt und ist in zwei Teile gegliedert:

1. Teil

 

2. Teil

48 UE theoretischer Unterricht

 

12 UE

Praktischer Teil

 

7 eigenverantwortlich durchgeführte Beratungsprozesse

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

1. Teil:
48 Unterrichtseinheiten (á 45 Minuten) theoretischer Unterricht, aufgeteilt in 2 Module. Daran anschließend 12 Unterrichtseinheiten bestehend aus 2 Beratungsprozessen mit insgesamt 4 begleiteten Gesprächen, einschließlich Vor- und Nachbereitung sowie Dokumentation durch den angehenden Berater. Die Beratungsgespräche finden bei den Teilnehmenden vor Ort statt und werden durch Mentoren begleitet. Die Termine für die Gespräche werden individuell vereinbart.

Nach erfolgreichem Abschluss des 1. Teils der Weiterbildung ist der Teilnehmer berechtigt mit den gesetzlichen Krankenkassen Beratungsleistungen abzurechnen.

2. Teil:
Durchführung von sieben Beratungsprozessen innerhalb eines Jahres, die alleinverantwortlich durch den Teilnehmer geplant, vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert werden. Die Teilnehmer reichen die durchgeführten Beratungsgespräche anhand eines Kurzprotokolls eigenständig bei der Kurskoordinatorin ein.

Der Praxisteil wird von Mentoren begleitet.

Nach erfolgreichem Abschluss des 2. Teils der Weiterbildung erhält der Teilnehmer ein Abschlusszertifikat.

Termine 2022

Theoriemodul: Block 1: 27.04. - 29.04.2022 (wird auch Online durchgeführt, wenn die Bestimmungen keinen Präsenzunterricht erlauben)
                           Block 2: 09.05. - 11.05.2022

                           Reflexionstag: 14.11.2022

Die Veranstaltungen finden jeweils von 9.00 – 16.30 Uhr statt.
Einen detaillierten Stundenplan erhalten Sie zu Beginn des jeweiligen Kursabschnitts.

Praxismodul 1: Die Termine für die Gespräche werden individuell vereinbart
Praxismodul 2: 7 eigenverantwortlich durchgeführte Beratungsgespräche

Ziele

Die Teilnehmer erwerben fachliche und personale Kompetenzen, um eigenverantwortliche Beratungsgespräche zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase planen, durchführen, dokumentieren und mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen zu können.

Zielgruppe

Teilnahmeberechtigt sind Fachkräfte mit einer der folgenden Qualifikationen und einer mindestens dreijährige, einschlägigen Berufserfahrung mit einem Mindestbeschäftigungsumfang von 0,5 Vollzeitäquivalenten innerhalb der letzten 8 Jahre in der ambulanten oder stationären Hospiz- und Palliativversorgung, in der ambulanten oder stationären Pflege, oder in der Eingliederungshilfe: 

  • Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte
  • Altenpflegefachkräfte
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflegefachkräfte
  • Heilerziehungspfleger
  • Ergotherapeuten 
  • Heilpädagogen
  • Erzieher
  • Gesundheits- und Pflegewissenschaftler
  • Geistes-, Sozial und Erziehungswissenschaftler
  • Ärzte, die als Berater tätig werden möchten
  • oder eine andere vergleichbare Berufsgruppe 

Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem der oben genannten Ausbildungsberufe bzw. ein abgeschlossenes Studium in einer der oben genannten Disziplinen.

Weiterhin wird eine mindestens dreijährige, einschlägige Berufserfahrung mit einem Mindestbeschäftigungsumfang von 0,5 Vollzeitäquivalenten innerhalb der letzten 8 Jahre in einem der folgenden Tätigkeitsbereiche vorausgesetzt:

  • ambulanter Hospizdienst
  • Stationäres Hospiz
  • Palliativstation
  • Palliativer Konsiliardienst
  • SAPV
  • Ambulanter Pflegedienst
  • Vollstationäre Pflegeeinrichtung
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Die Weiterbildung richtet sich ausschließlich an Berufstätige in Bayern, da die Begleitung durch die Mentoren im Praxisteil sonst nicht gewährleistet werden kann.

Inhalte

Die Weiterbildung ist gemäß der Rahmenvereinbarung zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase nach § 132g Abs. 3 SGB V gestaltet. Das Curriculum basiert auf den Kompetenzbeschreibungen des deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR). Die DQR stellt die Kompetenzen in 2 Dimensionen dar:

  • Fachkompetenz, unterteilt in Wissen und Fertigkeiten
  • Personale Kompetenz, unterteilt in Sozialkompetenz und Selbstkompetenz.

Der Theorieteil enthält folgende Lernfelder

1. Einführung in die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

  • Konzept der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase im Kontext des deutschen Gesundheitssystems
  • Ziele der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
  • Eigene Rolle des Beraters sowie Reflexion des Maßes an Verantwortungsübernahme
  • Bedeutung des Beratungsprozesses der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase sowie dessen Bedeutung für die Betroffene

2. Kenntnisse zu medizinisch-pflegerischen Sachverhalten

  • Vorstellung verschiedener medizinisch-pflegerischer Abläufe
  • Das Ausmaß, die Intensität und die Grenzen medizinischer Interventionen sowie palliativmedizinischer und palliativpflegerischer Maßnahmen in der letzten Lebensphase
  • Erörterung medizinisch-pflegerischer Sachverhalte mit den Leistungsberechtigten, bezogen auf die individuelle Situation

3. Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen

  • Möglichkeiten der Versorgung am Lebensende
  • Inanspruchnahme von/oder Verzicht auf intensivpflegerische, lebensverlängernde, palliative Maßnahmen
  • Reflexion eigener Werte bezüglich Leben, Sterben und schwerer Erkrankung
  • Non-direktive Beratung des Leistungsberechtigten ohne eigene Wertvorstellungen
  • Juristische Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase
  • Gesetzliche Vorsorgeinstrumente: Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung
  • Sensibilisierung für rechtliche Folgen von fehlender Einwilligungsfähigkeit

4. Kommunikation in Beratungsgesprächen zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

  • Kennenlernen verschiedener Gesprächs- und Moderationstechniken
  • Suggestive und manipulative Gesprächselemente identifizieren
  • Kenntnisse über barrierefreie Kommunikationshilfen und deren situationsgerechter Einsatz im Beratungsprozess
  • Fähigkeiten, Willensäußerungen von nicht-einwilligungsfähigen Personen zu erfassen und in den Prozess einzubinden
  • Besonderheiten der Gesprächsführung mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen

5. Dokumentation und Vernetzung

  • Beratungsprozess und Willensäußerung übersichtlich, nachvollziehbar sowie verständlich dokumentieren und aktualisieren
  • Ziel und Zweck von Notfalldokumenten und deren Anwendung
  • Organisation von interner und externer Vernetzung

6. Anwendung des Erlernten in Kleingruppen

  • Simulation von Gesprächssituationen in Kleingruppen zur Anwendung des Erlernten
Kursgebühren

Die Anmeldung zum Kurs ist verbindlich.
Die Kosten betragen 1.850,- € inkl. MwSt. pro Teilnehmer, in den Kosten inbegriffen sind:

  • Kursunterlagen
  • Mittagessen und Getränke
  • begleitete Beratungsprozesse
Kursleitung / Referenten

Kursleitung:

Katrin Schmied
Kursleiterin für Palliative Care
 

Referenten:
weitere Referenten folgen
Teilnehmerzahl

Der Kurs ist aus organisatorischen Gründen auf maximal 20 Teilnehmer beschränkt.
Ab einer Mindestteilnehmerzahl von 12 Personen findet der Kurs im jeweiligen Kursjahr statt.

Veranstalter / Schulungsraum

Pallicura GmbH | Akademie für Gesundheit und Soziales
Birkenlohstraße 6
92421 Schwandorf

Der Kurs findet im Schulungsraum der Pallicura GmbH statt. 

Kooperationsveranstaltung mit Dr. Loew Soziale Dienstleistungen GmbH & Co. KG   

                                                           Logo Dr. Loew

 

Teilnahmebescheinigung

Nach Abschluss des 1. Teils der Weiterbildung erhält der Teilnehmer ein Zertifikat, welches zur Abrechnung von Beratungsleistungen nach § 132g SGB V mit den gesetzlichen Krankenkassen berechtigt.

Nach erfolgreichem Abschluss des 2. Teils der Weiterbildung erhält der Teilnehmer ein Abschlusszertifikat, welches den Landesverbänden der gesetzlichen Krankenversicherungen bzw. den Verbänden der Ersatzkassen vorzulegen ist.

Wenn dieses Zertifikat nicht vorgelegt wird, gilt die Weiterbildung als nicht abgeschlossen und weitere Leistungen können nicht erbracht und mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.

Allgemeine Geschäftsbedingungen

Weitere Informationen zu unseren Allgemeine Geschäftsbedingungen finden Sie hier.

Anmeldung

Die Anmeldung ist verbindlich und erfolgt per online-Formular über die Akademie für Gesundheit und Soziales.
Der Kurs ist aus organisatorischen Gründen auf maximal 20 Teilnehmer beschränkt. Ab einer Mindestteilnehmerzahl von 12 Personen findet der Kurs im jeweiligen Kursjahr statt. 

Erforderliche Unterlagen:

  • Anmeldeformular

  • Berufsurkunde (Kopie)

Anmeldeschluss: 31.03.2022

Hinweis

Die Weiterbildung richtet sich ausschließlich an Berufstätige in Bayern, da die Begleitung durch die Mentoren im Praxisteil sonst nicht gewährleistet werden kann.

Je nach Gesetzeslage 2022, kann der Kurs auch auf ONLINE-Durchführung umgestellt werden.