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2020

Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

- nach § 132 g Abs. 3 SGB V

Kursbeschreibung

Seit 1. Januar 2018 können vollstationäre Pflegeeinrichtungen im Sinne des § 43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII gemäß § 132g Abs. 1 SGB V eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten und mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen. Voraussetzung ist, dass die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase gemäß den Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen von einem/einer qualifizierten Berater/in durchgeführt wird:

      § 132 g Abs. 3 SGB V
     Mit der Rahmenvereinbarung gemäß § 132g Abs. 3 SGB V sind Umsetzung und Finanzierung einer Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase in
     zugelassenen vollstationären Pflegeeinrichtungen nach § 43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII geregelt. Dieses besondere
    
Beratungsangebot wird unter   bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert.
     In Kraft getreten ist diese Vereinbarung am 01.01.2018.

Die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase nach § 132 g SGB V in stationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe orientiert sich am biographischen Hintergrund der Leistungsberechtigten.

Inhalt der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist ein individuelles, auf die Situation des Leistungsberechtigten zugeschnittenes Beratungsangebot zur medizinischen-pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Versorgung in der letzten Lebensphase. Ziel der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist die Ermöglichung und Unterstützung einer selbstbestimmten Entscheidung über Behandlungs-, Versorgungs- und Pflegemaßnahmen am Lebensende.

Die Weiterbildung qualifiziert zur Beratung in der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase gemäß § 132 g Abs. 3 SGB V. Nach Abschluss des ersten Teils der Weiterbildung und dem Nachweis gegenüber den Krankenkassen sind die Berater/-Innen berechtigt, Leistungen mit der Krankenkasse abzurechnen.

Gliederung der Weiterbildung:

Die Weiterbildung findet berufsbegleitend statt und ist in zwei Teile gegliedert:                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

1. Teil

 

2. Teil

48 UE theoretischer Unterricht

 

12 UE

Praktischer Teil

 

7 eigenverantwortlich durchgeführte Beratungsprozesse

1. Teil:
48 Unterrichtseinheiten (á 45 Minuten) theoretischer Unterricht, aufgeteilt in 2 Module. Daran anschließend 12 Unterrichtseinheiten bestehend aus 2 Beratungsprozessen mit insgesamt 4 begleiteteten Gesprächen, einschließlich Vor-, Nachbereitung und Dokumentation durch den/die angehende/n Berater/in. Die Beratungsgespräche finden bei den Teilnehmenden vor Ort statt und werden durch Mentoren begleitet. Die Termine für die Gespräche werden individuell vereinbart.

Nach erfolgreichem Abschluss des 1. Teils der Weiterbildung ist der/die Teilnehmer/in berechtigt mit der Krankenkasse Beratungsleistungen abzurechnen.

2. Teil:
Durchführung von sieben Beratungsprozessen innerhalb eines Jahres, die alleinverantwortlich durch den/die Teilnehmer/in geplant, vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert werden. Die Teilnehmer/innen reichen die durchgeführten Beratungsgespräche anhand eines Kurzprotokolls eigenständig bei der Kurskoordinatorin ein.

Der Praxisteil wird von Mentoren begleitet.

Nach erfolgreichem Abschluss des 2. Teils der Weiterbildung erhält der Teilnehmer ein Abschlusszertifikat.

Termine 2020

Theoriemodul: Block 1: 22.04. - 24.04.2020
                           Block 2: 25.05. - 27.05.2020

                           Reflexionstag: 23.11.2020

Die Veranstaltungen finden jeweils von 09.00 – 16.30 Uhr statt.
Einen detaillierten Stundenplan erhalten Sie zu Beginn der Kurswoche.

Praxismodul 1: Die Termine für die Gespräche werden individuell vereinbart
Praxismodul 2: 7 eigenverantwortlich durchgeführte Beratungsgespräche

Ziele

Die Teilnehmer/innen erwerben fachliche und personale Kompetenzen, um eigenverantwortliche Beratungsgespräche zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase planen, durchführen, dokumentieren und mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen zu können.

Zielgruppe

Teilnahmeberechtigt sind Fachkräfte mit folgenden Qualifikationen, die nach §132g SGB V eine Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase durchführen möchten und den Eingangsvoraussetzungen der Rahmenvereinbarungen entsprechen.

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/innen
  • Altenpfleger/innen
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen
  • Heilerziehungspfleger/innen
  • Heilpädagogen/-pädagoginnen
  • Erzieher/innen
  • Gesundheits- und Pflegewissenschaftler/innen
  • Geistes-, Sozial und Erziehungswissenschaftler/innen
  • Ärzte/Ärztinnen, die als Berater/innen tätig werden möcten

Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem der oben genannten Ausbildungsberufe oder eine abgeschlossenes Studium in einer der oben genannten Disziplinen.

Eine mindestens dreijährige einschlägigege Berufserfahrung in einem der folgenden Tätigkeitsbereichen mit einem Mindesbeschäftigungsumfang von 0,5 Vollzeitäquivalenten innerhalb der letzten acht Jahre:

  • ambulanter Hospizdienst
  • Stationäres Hospiz
  • Palliativstation
  • Palliativer Konsiliardienst
  • SAPV
  • Ambulanter Pflegedienst
  • Vollstationäre Pflegeeinrichtung
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Die Weiterbildung richtet sich ausschließlich an in Bayern Beschäftigte, da die Begleitung durch Mentoren im Praxisteil sonst nicht gewährleistet werden kann.

Inhalte

Die inhaltliche Gestaltung der Weiterbildung orientiert sich an der Rahmenvereinbarung der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase gemäß § 132g Abs. 3 SGB V. Das Curriculum basiert auf den Kompetenzbeschreibungen des deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR). Die DQR stellt die Kompetenz in 2 Dimensionen dar:

  • Fachkompetenz, unterteilt in Wissen und Fertigkeiten
  • Personale Kompetenz, unterteilt in Sozialkompetenz und Selbstkompetenz.

Der Theorieteil enthält folgende Lernfelder

1. Einführung in die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

  • Konzept der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase im Kontext des deutschen Gesundheitssystems
  • Ziele der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
  • Eigene Rolle des Beraters sowie Reflexion des Maßes an Verantwortungsübernahme
  • Bedeutung des Beratungsprozesses der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase sowie dessen Bedeutung für die Betroffene

2. Kenntnisse zu medizinisch-pflegerischen Sachverhalten

  • Vorstellung verschiedener medizinisch-pflegerischer Abläufe
  • Das Ausmaß, die Intensität und die Grenzen medizinischer Interventionen sowie palliativmedizinischer und palliativpflegerischer Maßnahmen in der letzten Lebensphase
  • Erörterung medizinisch-pflegerischer Sachverhalte mit den Leistungsberechtigten, bezogen auf individuelle Situation

3. Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen

  • Möglichkeiten der Versorgung am Lebensende
  • Inanspruchnahme von/oder Verzicht auf intensivpflegerische, lebensverlängernde, palliative Maßnahmen
  • Reflexion eigener Werte bezüglich Leben, Sterben und schwerer Erkrankung
  • Non-direktive Beratung des Leistungsberechtigten ohne eigene Wertvorstellungen
  • Juristische Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase
  • Gesetzliche Vorsorgeinstrumente: Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung
  • Sensibilisierung für rechtliche Folgen von fehlender Einwilligungsfähigkeit

4. Kommunikation in Beratungsgesprächen zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

  • Kennenlernen verschiedener Gesprächs- und Moderationstechniken
  • Suggestive und manipulative Gesprächselement identifizieren
  • Kenntnisse über barrierefreie Kommunikationshilfen und situationsgerechter Einsatz im Beratungsprozess
  • Fähigkeiten, Willensäußerungen von nicht-einwilligungsfähigen Personen zu erfassen und in den Prozess einzubinden
  • Besonderheiten der Gesprächsführung mit Menschen in unterschiedlichen Lebensaltern

5. Dokumentation und Vernetzung

  • Beratungsprozess und die Willensäußerung übersichtlich, nachvollziehbar sowie verständlich dokumentieren und aktualisieren
  • Ziel und Zweck von Notfalldokumenten und Anwendung
  • Organisation von interner und externer Vernetzung

6. Anwendung des Erlernten in Kleingruppen

  • Simulation von Gesprächssituationen in Kleingruppen, zur Anwendung des Erlernten
Kursgebühren

Die Anmeldung zur Weiterbildung Palliative Care für Pflegende ist verbindlich.
Die Kosten der Weiterbildung betragen 1.850,- € inkl. MwSt. pro Teilnehmer, in den Kosten inbegriffen sind:

  • Seminarunterlagen
  • Mittagessen und Getränke
Kursleitung / Referenten

Kursleitung:

Katrin Schmied

 

Referenten:

 

Teilnehmerzahl

Der Kurs ist aus organisatorischen Gründen auf maximal 20 Teilnehmer/innen beschränkt. Ab einer Mindesteilnehmerzahl von 12 Personen findet der Kurs im jeweiligen Kursjahr statt.

Veranstalter / Schulungsraum / Kooperationsveranstaltung

Pallicura GmbH | Akademie für Gesundheit und Soziales
Schulungsraum
Birkenlohstrasse 6
92421 Schwandorf

Kooperationsveranstaltung mit Dr. Loew Soziale Dienstleistungen GmbH & Co. KG   

                                                           Logo Dr. Loew

Teilnahmebescheinigung

Nach Abschluss des 1. Teils der Weiterbildung erhält der/die Teilnehmer/in ein Zertifikat, welches zur Abrechnung von Beratungsleistungen nach §132g SGB V mit der Krankenkasse berechtigt.

Nach erfolgreichen Abschluss des 2. Teils der Weiterbildung erhält der/die Teilnehmer/in ein Abschlusszertifikat, welches den Landesverbänden der gesetzlichen Krankenversicherungen bzw. den Verbänden der Ersatzkassen vorzulegen ist.

Wenn dieses Zertifikat nicht vorgelegt wird, gilt die Weiterbildung als nicht abgeschlossen und weitere Leistungen können nicht erbracht und mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.

Geschäftsbedingungen

Weitere Informationen zu unseren Allgemeine Geschäftsbedingungen finden Sie hier

Anmeldung

Verbindliche Anmeldung zur Weiterbildung "Gesundheitliche Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase §132g SGB V"

  • Anmeldeformular
  • Berufsurkunde (Kopie)
  • Lebenslauf mit Nachweis der einschlägigen, dreijährigen Berufserfahrung

Eine Anmeldung ist bis 6 Wochen vor Kursbeginn möglich.

Die Weiterbildung richtet sich ausschließlich an in Bayern Beschäftigte, da die Begleitung durch Mentoren im Praxisteil sonst nicht gewährleistet werden kann.